Verschenke Umarmungen an Freunde, Bekannte und Fremde.
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Sonntag, 15. Dezember 2013

Bielefeld: Es fängt an Spaß zu machen


Wie der Titel schon sagt, war ich diesmal in Bielefeld unterwegs. Und wie der Titel weiter sagt, hatte ich diesmal kaum noch Angst, sondern fast durchweg meinen Spaß.

Als erstes begegnete ich einem sehr freundlichen Weihnachtsmann, dem das Ordnungsamt witzigerweise verordnet hatte, sich nicht weiter als einen Meter vom Eingang seines kleinen Lädchens zu entfernen. So blieb ihm also nichts anderes übrig, als seine Glocke zu läuten und die zu Beschenkenden lautstark herbei zu rufen:

Ho Ho Ho!


Dann begegnete ich diesem jungen Mann auf Stelzen, der Werbung für das GOP. Varieté Theater machte. Apropos Werbung: An einem Pizzastand wurde ich gefragt, wofür ich denn Werbung machen würde. Tja, wofür eigentlich mache ich Werbung? Und vor allem, warum denken die Menschen, wenn sie einen verrückten Typen in einem verrückten Kostüm herumlaufen sehen, er hätte was zu verkaufen? Dabei habe ich doch gar nichts zu verkaufen, sondern etwas zu verschenken, nämlich viele Umarmungen und viel Liebe.


Tja und dann begegnete ich noch diesen beiden jungen Damen. Die linke Dame war zunächst sehr mutig, wollte unbedingt ein Foto mit mir haben, aber als ihre beiden Freundinnen sich ängstlich zeigten, da geriet auch sie ins Wanken. Mit etwas gutem Zureden meinerseits zeigte sie sich dann aber doch wieder mutig und wir machten das gemeinsame Foto, das ihr links sehen könnt. Sehr mutig von dir! Starke Frauen braucht das Land.


Die Frau auf dem rechten Bild schien von Natur aus auch sehr mutig zu sein. Sie wich jedenfalls keinen Zentimeter zurück, als ich mich ihr näherte. Aber nicht nur das, sie wirkte insgesamt irgendwie ziemlich steif, ja geradezu unnahbar. Und sie hatte die ganze Zeit über keine Lust, auch nur ein einziges Wort mit mir zu wechseln. Also blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu umarmen... einfach so... ohne Worte.

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Samstag, 30. November 2013

Dortmund: Aller Anfang ist schwer


Nachdem ich zunächst im Dortmunder Verkehrschaos hängen blieb, schaffte ich es am späten Nachmittag dann doch irgendwann bis in die Innenstadt hinein. Und auch die anschließende Suche nach einem geeigneten Parkplatz gestaltete sich nicht gerade einfach. Zum Glück fand ich dann doch noch einen Platz in der Tiefgarage am Hauptbahnhof, wo ich mich ganz in Ruhe auf meinen bevorstehenden Einsatz als Hugs Bunny vorbereiten konnte. Als ich die Tiefgarage über die Treppenstufen eines kleinen Seiteneingangs verließ, da fühlte ich mich wie ein ängstliches Häschen, das ganz vorsichtig aus seinem Bau hervorlugte. Ja, ich hatte Angst und war ziemlich aufgeregt, aber gleichzeitig verspürte ich ein Gefühl von Freiheit. Es war die Freiheit, etwas zu tun, das gleichermaßen verrückt wie positiv ist. 

Vom Hauptbahnhof hoppelte ich geradewegs in die Dortmunder Innenstadt, wo mir unterwegs bereits etliche Menschen begegneten, die wissen wollten, was ich hier tue und warum ich in diesem sonderbaren Aufzug herumlaufe. Ich erklärte Ihnen, dass es meiner Ansicht nach zu wenig Liebe auf dieser Welt gibt und dass ich meinen kleinen bescheidenen Teil dazu beitragen möchte, etwas an dieser Situation zu ändern. Erst recht zur Weihnachtszeit.

Kaum hatte ich das obige Foto geschossen, sprachen mich auch schon diese beiden jungen Herren an und wollten ein Bild zusammen mit mir. Und natürlich wollten auch sie gerne wissen, warum ich ausgerechnet zur Weihnachtszeit als Hase verkleidet herumlaufe. Überhaupt war dies eine der am häufigsten gestellten Fragen:



"Was bitte hat denn der Osterhase auf dem Weihnachtsmarkt verloren?"

Ich erklärte den Menschen wieder und wieder, dass ich nicht der Osterhase, sondern der Hugs Bunny und im Gegensatz zum Osterhasen das ganze Jahr über unterwegs bin. Menschen benötigen nämlich das ganze Jahr über Umarmungen und Liebe, nicht nur um das Weihnachts- und das Osterfest herum. Natürlich nur, sofern sie diese Liebe auch annehmen möchten.

Diese drei netten Menschen auf dem rechten Bild zum Beispiel reagierten doch recht reserviert auf mein Angebot einer kostenlosen Umarmung. Sie wollten einfach nur ein Foto von sich selbst, aber keine Umarmung haben. Für mich ist das völlig ok, denn die Liebe lässt sich bekanntlich niemandem aufzwingen.
Dagegen wirkten diesen beiden Herren, Shehab und Hamdan aus Jordanien, schon deutlich aufgeschlossener. Sie wollten mich sehr gerne umarmen. Viel Glück und Erfolg bei deiner Facharztweiterbildung, Shehab!


Auf meinem Weg durch die Dortmunder Innenstadt traf ich auf viele nette Menschen, die mich umarmen wollten, so auch diese hier:

Den größten Spaß jedoch hatte ich mit der Truppe im unteren Bild, deren Mitglieder ganz offensichtlich bereits deutlich alkoholisiert waren. Ich dagegen war völlig nüchtern. Trotzdem hab ich aber jeden Unsinn mitgemacht. Merke: Es muss nicht immer Alkohol im Spiel sein, um total verrückte Dinge tun zu können.


Aber ich möchte hier nicht den Moralapostel raushängen lassen, denn das ist nicht meine Welt. Ich möchte weder ein Moralapostel, noch der Osterhase, sondern einfach nur The German Hugs Bunny sein. Auf jeden Fall hatte ich ganz viel Spaß in Dortmund, auch wenn nicht immer alles fröhlich zuging. 

Zwei Ereignisse stimmten mich nämlich äußerst nachdenklich. Das erste war ein Vater, der seinen kleinen Sohn von vielleicht gerade einmal 3 Jahren mit der linken Hand am Hals gegen eine Wand presste und ihn beschimpfte, er solle das lassen. Der Junge war extrem verängstigt, sah auch sonst recht blass aus und hatte dunkle Ringe unter den Augen. Offensichtlich ging es dem Kleinen allgemein nicht sonderlich gut in der Obhut seines Vaters. Alles ging so schnell, ich war völlig überrascht von dieser Situation und dem brutalen Vorgehen des Vaters. Ich wusste nicht so recht wie ich darauf reagieren sollte. Einschreiten? Die Polizei rufen? Das alles hätte wahrscheinlich nicht sehr viel genutzt, aber schlecht fühlte ich mich trotzdem, einfach nichts getan zu haben. Ich nahm mir vor, beim nächsten Mal nicht wie erstarrt zuzuschauen, sondern zumindest heranzutreten und etwas zu sagen, auch auf die Gefahr hin, mich den Aggressionen des Vaters stellen zu müssen. Dieser kurze Moment machte mich im Nachhinein wirklich extrem traurig.

Der andere Moment war auf dem Weg zurück in Richtung meines Autos, als irgendjemand mir von hinten gegen den Oberschenkel schlug. Dieser Schlag tat ziemlich weh. Ich drehte mich um, aber hinter mir war nur ein älteres Pärchen, das nichts mitbekommen hatte. Ich erkannte aber, wie ein junger Mann ca. 3m von mir entfernt, inmitten der sich bewegenden Masse an Menschen auffällig unauffällig und fast schon angestrengt geradeaus schaute. Ich war nicht sicher, ob er es gewesen sein konnte und wollte niemanden zu Unrecht verdächtigen, also ging ich einfach weiter. Dennoch war ich stinkesauer, dass jemand mich so hinterrücks attackiert hatte, wo ich doch Gutes tun möchte. 

Diese Situation erinnerte mich auch gleich an die neueste "Freizeitbeschäftigung" jugendlicher Großstädter, und zwar das sogenannte "Knockout-Game", bei dem vollkommen ahnungslose Passanten aus dem Nichts heraus K.O. geschlagen werden. Wie hinterhältig und feige muss ein Mensch sein, so etwas zu tun? Und wie wenig muss dieser Mensch sich selbst lieben, dass er glaubt mittels solcher Taten seinen "Mitstreitern" den eigenen Wert beweisen zu können?


Alles in allem habe ich dennoch überwiegend positive Erinnerungen an Dortmund. Und ich habe festgestellt, dass auch die rot-weiße Maskerade nicht so ganz zu meinem allgemeinen Outfit passt, denn auch sie wirkt ziemlich furchteinflößend, vor allem auf die Erwachsenen. Daran werde ich mit Sicherheit noch etwas verändern. Seltsamerweise hatten aber all die kleinen Kinder, die ich befragte, überhaupt keine Angst vor mir. Es waren immer Jugendliche oder Erwachsene, die sich bei meinem Anblick erschraken oder fürchteten. Der erschreckendste Kommentar des Tages war dieser hier: "Da will uns einer abstechen!"  

Ich möchte wirklich kein Moralapostel sein, aber dennoch darf einmal darüber nachgedacht werden, warum denn die Erwachsenen sich vor mir fürchten, während kleine Kinder mir vollkommen angstfrei begegnen.

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Sonntag, 27. Oktober 2013

Detmold: Der Alltag ist grau genug



Hier seht ihr meine ersten zaghaften Schritte zum Aufbruch in eine neue Welt... oder genauer gesagt Detmold.

Wahrlich, der Alltag ist grau genug und deshalb muss manchmal etwas exotisches, um nicht zu sagen ausgeflipptes oder verrücktes her, damit der Tag an Farbe und Leben gewinnt. Et voilà, here I am:

The German Hugs Bunny! :-)

Anfangs noch etwas unsicher und mit einem klopfenden Herzen in meiner Brust, wurde ich von Minute zu Minute mutiger und selbstsicherer. Endgültig vorbei war es mit der Angst, als dieser nette junge Mann neben mir vom Fahrrad stieg und mich ermutigte eine Hasenarmee aufzustellen. Ich danke dir! :-)


Auf meinem Weg in die Stadt stolperte ich über eine ziemlich gut versteckte Kunstgalerie. Ich war neugierig zu erfahren, warum ich denn wohl so vorsichtig vor der Kunst sein solle (und ja ich weiß was Ironie ist ;-) ). Also hoppelte ich schnurstracks in die Galerie, wo ich ein kurzes, aber nettes Gespräch mit ihrem Inhaber führte. Er erklärte mir, dass er keine Umarmung benötige und dass die Lipper sowieso ein ganz eigenes Völkchen seien, das so exotische Dinge wie versteckte Kunstgalerien oder Umarmungen durch einen Fremden generell mit Argwohn betrachtet. Da haben wir's wieder dieses Wort: exotisch.

Der Junge auf diesem Foto war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Galerie und er ließ sich im Gegensatz zu dem älteren Herrn sehr gerne von mir umarmen. Er folgte mir auf dem Weg nach draußen in die Fußgängerzone, wo wir uns dann noch kurz unterhielten und eben dieses Foto schossen.


Mein erster Tag als Hugs Bunny war ziemlich aufregend gewesen und tatsächlich fühlte ich mich irgendwie königlich. Ich hatte meine Angst überwunden und es einfach getan. Ich habe ein paar Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und vielleicht sogar ihren grauen Alltag ein wenig bunter gestaltet.

Auf diese Weise darf es also gerne weitergehen. Ich fühle mich, als könnte ich jede noch so hohe Mauer zum Einsturz bringen... oder wenigstens für eine Weile auf ihr herumturnen.




Fazit des Tages:
  1. Ich hatte zunächst ziemliche Angst, die aber nach einer Stunde fast komplett verflogen war. 
  2. Die meisten Menschen haben mich zuerst einmal verwundert angeschaut, dann aber meist freundlich reagiert und sogar gelächelt. Wenn ich ihnen zugewunken habe, dann wurde fast immer zurückgewunken. Diese positive Reaktion auf mein doch recht außergewöhnliches Outfit hat mich gefreut und spornt mich an, weiter zu machen.
  3. Ich muss mir dringend eine hellere Maske besorgen. Die schwarze passt nicht so gut zum bunten Kostüm und wirkt auch ein wenig furchteinflößend. :-)

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Give a little love


"It’s in our interest to take care of others. Self-centredness is opposed to basic human nature. In our own interest as human beings we need to pay attention to our inner values. Sometimes people think compassion is only of help to others, while we get no benefit. This is a mistake. When you concern yourself with others, you naturally develop a sense of self-confidence. To help others takes courage and inner strength."
His Holiness The 14th Dalai Lama of Tibet

Es gibt viele Menschen auf dieser Erde, die in diesem Moment aus den verschiedensten Gründen unglücklich sind. Ob glücklich oder unglücklich, ob gut drauf oder schlecht gelaunt - den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, und sei es nur für diesen einen kurzen Moment, das ist es wofür ich hier bin.

Vielleicht darf ich mich erst einmal vorstellen? Ich bin The German Hugs Bunny. Das Wort "Hug" kommt aus dem Englischen und bedeutet Umarmung. Ich verschenke sogenannte "Free Hugs", das sind kostenlose Umarmungen. Ich möchte den Menschen Umarmungen schenken, weil eine Umarmung als Symbol der Liebe und Zuwendung nicht nur dem anderen Menschen, sondern auch mir selbst ein gutes Gefühl gibt. Wir haben hier also wirtschaftlich gesehen eine Win-Win-Situation.

Mein großer Wunsch ist ein liebevollerer Umgang der Menschen miteinander und wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass die Welt ein wenig friedvoller wird und die Menschen in ihr ein kleines bisschen glücklicher sind, dann habe ich etwas erreicht.


Alles Liebe
Euer Hugs Bunny